Ausgabe Dezember 2003

Elias

Ein Hof und seine Bühne

Seit zehn Jahren existiert das Kinder- und Jugendzentrum EliasHof in der Senefelderstraße 6. In die Gebäude der ehemaligen 10. Grundschule und der Eliaskirche sind junge Nutzer mit kulturellen Projekten gezogen, so z.B. »Machmit! Museum für Kinder«, das Medienzentrum »MEZEN«, die Stadtteilbibliothek oder die Musikschule »Leo Spiess«.

Auch Matthias Kubusch, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters »Murkelbühne«, hat den Umzug seiner Theatergruppe in den EliasHof im Jahr 2000 nicht bereut. Er und seine jungen Mitstreiter haben den ehemaligen Speisesaal der Schule zur Spielstätte »Neue Bühne« umgebaut. Der Dramaturg und Regisseur kann auf ein zehnjähriges Bestehen der »Murkelbühne« verweisen. In dieser Zeit wurden 15 Theaterproduktionen und zehn Videoprojekte verwirklicht, die etwa von 15.000 Besuchern gesehen wurden. 300 Kinder und Jugendliche haben bisher an den Produktionen mitgewirkt. Größter Erfolg war die Teilnahme am Theatertreffen der Jugendtheater. Nur 15 Produktionen wurden aus mehreren hundert Bewerbungen dafür nominiert. Die »Murkelbühne« lebt von der demokratischen Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen. Zusammen mit dem Leiter entscheiden sie über Themen, Spielpläne und die künstlerische Umsetzung. Auch den Betrieb des Theatercafés haben sie in die eigenen Hände genommen. Begeisterung, Spaß und Disziplin sind deshalb keine Fremdworte in dem Ensemble. Die Bühne finanziert sich aus Kursgebühren, Eintrittsgeldern, aus Mitteln des Quartiersfonds Helmholtzplatz und nicht zuletzt aus Spenden. Eine wesentliche Hilfe ist die mietfreie Nutzung der Räume in dem bezirkseigenen Objekt.

Matthias Kubusch ist auch Standortkoordinator für den gesamten EliasHof. Zwar arbeiten alle Institutionen selbstständig und unabhängig unter einem Dach, es gibt aber auch erste Ansätze einer inhaltlichen Kooperation untereinander. Das sei aber noch zu sporadisch, sagt der Koordinator. Ihm schwebt ein Kunst- und Freizeithaus für junge Menschen vor mit einem übergreifenden Konzept. Er setzt sich deshalb für gemeinsame Projekte wie z.B. Feste oder die Betreuung der jungen Besucher während der Ferienzeit ein. Dadurch könnte der Prozess des Zusammenwachsens im Hof gefördert werden. Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk empfindet Matthias Kubusch als sehr kollegial. Er wünscht sich jedoch keine weiteren finanziellen Kürzungen bei den bezirklich geföderten Projekten sowie eine stärkeres organisatorisches Engagement des Bezirkes für den ganzen Hof.

Andreas Bossmann

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