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Ausgabe November 2003 Seniorenkabarett aus Weißensee Politische Angstbeisser sind sie nicht, allein schon der Ensemblename »Knallschoten« zeugt von deftiger Angriffslust: Nichtssagende Inhalte zu offerieren, verbietet sich von selbst. Kabarettistische Knallschoten in szenischer Vielfalt auszuteilen, steht für das jeweilige Programm. Einem arrangierten Publikum, politisches Kabarett darzubieten, ist das Credo des Ensembles. Obwohl alle Akteure schon im fortgeschrittenen Alter sind, liegt es ihnen fern, in Rentnernostalgien zu verfallen und für Comedy-Shows zur Fütterung von irgendwelchen Spatzenhirnen gibt es ein absolutes Tabu. An gehaltvollen Themen gibt es in deutschen Landen keinen Mangel. Eine Regierung, die auf wirtschaftliche Probleme nur noch in heilloser Einfalt reagiert und in dubioser Scheinheiligkeit das einstige Wahlvolk auf den utopischen Berg der schönen Aussichten zu lotsen versucht, präsentiert den Kabarettisten Stoff in Fülle. So ist die satirische Bühne ein guter Ort, opportunistischen Schwaflern und dem Gefolge der gnadenlosen Abzocker immer wieder fatale Lichter aufzustecken. Pardon zu geben, steht nicht im Programm. Den »Knallschoten« gebührt Anerkennung. Nicht nur für ihre öffentlichen Auftritte, auch für den Zeitaufwand der wöchentlichen Proben und die kritischen Auswertungen der jeweils absolvierten Bühnendarbietungen. Alles in der Freizeit der Ensemblemitglieder und ohne Gagen. Doch eines liegt den Kabarettisten am Herzen. Sie würden es freudig begrüßen, wenn interessierte und entsprechend gerüstete Mitstreiter gefunden werden könnten. Im Waschhaus in der Weißenseer Jacobsohnstraße sind sie immer willkommen. Es würde der Attraktivität der »Knallschoten« gute Impulse geben und davon würde bei den Auftritten die Zuhörerschaft freudig partizipieren. Horst Zakrzewski |