Ausgabe Juli 2003

Seniorenvertretung fordert Erhalt

Die Seniorenvertretung Pankow fordert dringend den Erhalt der Seniorenbegegnungs- und Freizeitstätten im Bezirk Pankow.

Jeder weiß es nun: Die Finanzlage in Berlin und damit auch in unserem Bezirk ist anhaltend schwierig. Schmerzhafte Einschnitte auf allen Gebieten sind voraussichtlich unabwendbar. Aber heißt es nicht immer, Not macht erfinderisch? Um die Seniorenbegegnungsstätten auf jeden Fall zu erhalten, sind Ideen gefragt. Das Bezirksamt hat bereits Verhandlungen mit freien Trägern zur Übernahme der Freizeitstätten aufgenommen.

Aber, wie geht es weiter? Die Seniorenvertretung fordert die Entwicklung einer Konzeption zum Erhalt und zur Weiterführung der Seniorenbegegnungsstätten im Bezirk Pankow. Denn aus unserer Sicht ist es nicht gesichert, dass die neuen Träger die Räumlichkeiten auch weiter für alle Menschen offen halten und die Sozial-, Gesundheits-, Renten- und andere Beratungen weiter zulassen. Eine ganz wichtige Frage scheint auch ungeklärt: Was passiert, wenn ein Träger nach kurzer Zeit feststellt, dass er die gerade übernommene Begegnungsstätte aus finanziellen oder anderen Gründen schließen muss? Wir werden das Bezirksamt auffordern, Aussagen darüber zu machen, wie es in den Jahren 2004/05 und in den Folgejahren die Begegnungsstätten weiter finanziell, kulturell und ideell unterstützen will. Dass Seniorenbegegnungsstätten für die Prävention eine sehr große Bedeutung haben, müssen wir immer wieder betonen.

Ältere Menschen sind nach Beendigung ihres Berufslebens im Durchschnitt in einer guten körperlichen, seelischen und geistigen Verfassung. Wir wissen, dass für das körperliche Wohlbefinden der zwischenmenschliche Kontakt besonders wichtig ist. Der Kontakt kann aber nur erhalten werden, wenn man den Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu begegnen. Dank der modernen Medizin werden die Menschen immer älter und bleiben auch länger fit und gesund. Diese Tatsache ist scheinbar den zuständigen Politikern im Bund und Land nicht bekannt. Sie sprechen nur noch von den alten, kranken und hilfebedürftigen Menschen. Wir möchten aber, dass Fitness und Gesundheit der Senioren möglichst lange erhalten bleiben.

Wenn keine Begegnungen und Aktivitäten mehr möglich sind, vereinsamen die Menschen und werden krank. Das schlägt sich dann in immer höheren Aufwendungen der Kranken- und Pflegekassen sowie der Sozialausgaben nieder. Also: Ideen sind gefragt.

Es gibt auch gute Beispiele, zum Beispiel in Weißensee, wo eine Wohnungsgenossenschaft die ehemaligen Waschhäuser saniert und als Begegnungsstätte für Jung und Alt zur Verfügung stellt.

Helga Hampel
Vorsitzende der Seniorenvertretung

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