Ausgabe Juli 2003

Bundesparteitag

Für einen Neuanfang

Meine Erwartungen sind darauf gerichtet, dass der Sonderparteitag der PDS wieder Inhalte diskutiert, Politikfähigkeit zurückgewinnt und eine geschlossene Führung wählt. Für einen Neuanfang der PDS ist es notwendig, die Felder der politischen Auseinandersetzung konkret zu bestimmen, die Entwicklung des globalen Kapitalismus gründlich zu analysieren und unseren Mitgliedern zu vermitteln. Der Sozialabbau und die Finanzkrise in der Bundesrepublik zeigen, wie tief die Krise des Kapitalismus ist.

Diese Situation zwingt uns zu Reformen, Alternativen und entsprechenden Lösungsansätzen. Der Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung setzen wir unsere Agenda Sozial entgegen, um mit den Bürgern wieder in den zwingend notwendigen gesellschaftlichen Dialog zu treten. Das schließt ein: Wie weiter mit unseren Alternativen zum Hartz-Konzept, zur Gesundheitsreform, zur ungerechten Steuerpolitik und für eine Weltfriedensordnung.

Vor allem muß vom Parteitag das Zeichen ausgehen kommen, dass wir weiter in die Gesellschaft hinein wirken wollen. Nur daraus ergibt sich die Chance, das verloren gegangene Vertrauen unserer Mitglieder, Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen. Nutzen wir die Chance, dass die Leistungen der PDS in Ländern und Kommunen nicht entwertet werden.

Als Parteitagsdelegierter ist es für mich wichtig, dass wir uns in Programm und praktischer Arbeit auf die Gesellschaft beziehen, in der wir heute leben. Nur so und mit der Einbeziehung von Bürgern können Veränderungen herbeigeführt werden. Auch in unserer politischen Praxis gibt es den Widerspruch zwischen Vision und Realität. Diesen Widerspruch müssen wir sachlich diskutieren, Probleme ansprechen sowie uns nicht mit Klein-Klein und persönlichen Befindlichkeiten auseinander setzen.

Gert Cramer
Parteitagsdelegierter

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